(Beschreibung der weißen Tiger in ihrer neuen Heimat Weißer Zoo/Kameltheater in Kernhof)
Es wurde im Jahr 2009 eine der schönsten Außenanlagen der Welt für Bengaltiger errichtet. In einem Hang hineingebaut, entstanden auf einer Außenfläche von über 1000 m2 genau diese Notwendigkeiten einer Infrastruktur, die Tiger lieben und auch brauchen.
Die Anlage ist auf Betonfundamenten (über 220 m3 Beton wurden verarbeitet) eingefriedet und mit hohen Gitterzäunen samt 45 Grad Köpfung umzäunt. Auf verschiedenen Böden können die Tiger ihren richtigen Ruheplatz zum Faulenzen aussuchen. Ob weißer Sand, Schotter, Erde, Wiese oder Rindenmulch – alles ist vorhanden. Der Großteil besteht aus Wiesenboden, einigen Sträuchern und kleinen Nadelbäumen, Elefantengras und löchrige Baumstrunken aus einem ehemaligen Altbestand eines Hochwaldes. Tiger sind sehr neugierig und haben daher in ihrer neuen Heimat auch Klettermöglichkeiten wie z.B. eine Uraltesche, auf die von allen Seiten gekraxelt werden kann. Diese Baumaufbauten dienen aber auch zum Krallenspitzen. Auch ein Wasserfallturm wurde errichtet. Dieser hat im ersten Stock eine Arkadenhöhle welche sich hinter dem Wasserfall befindet und so die Tiger es auch im Sommer kühlen können. Der Wasserschwall stürzt in ein kleines Planschbecken wo die Tiger spielen können. Von dort wird das Wasser in das Swimmingpool geleitet, welches mit einer kleinen Steininsel und bis zu 1,5 m Tiefe aus Beton errichtet wurde. Befüllt wird dieses in naturform gegossene Schwimmbad mit Regenwasser, welches vom Dach des Tigerhauses gesammelt wird. Über einen Ablauf wird das Wasser zu einer Pumpe und zu einem Filter geführt und zirkuliert somit im gesamten Areal. Aber auch ein Präsentierbalkon aus Holzpfosten, auf Blochpfeilern gebaut, ist vorhanden, um den Tigern eine Outlookposition anzubieten, von wo sie mit den Vorderpfoten nach unten schlenkernd in nur wenigen Metern Entfernung die Besucher auf der Maharadschatribüne bestaunen können. Eine Steinhöhle, eine weitere Aussichtsplattform und genügend Schattenplätze runden das Bequemlichkeitsangebot ab.
Zwischen dem Indoorbereich im Tigerhaus und dem Außengarten befindt sich noch ein wetter- und windgeschütztes Vorgehege, welches so konstruiert wurde, dass von dort auch ein weiterer Zugang in die breedingsection führt. Dazu gehört auch ein kleiner extra getrennter Außengarten mit einem kleinen Planschbecken für Babytiger. Der Indoorbereich ist mit 2 großen Boxen, einer Andockschleuse und einer Serviceschleuse für die Veterinärbetreuung ausgestattet. Geflügelte Böden, geflieste Wände im Arbeitsbereich, sowie Holzwände in den beiden Tigerboxen sorgen für optimale Hygiene. Ein Arbeitsraum samt Kühlhaus ist direkt angeschlossen.
So wird man ein Tiger…..
Am Beispiel vom Tigermann Samir, der jetzt im Kernhofer Zoo lebt. Samirs Eltern heißen Achilles und Shila. Shila ist Französin und Achilles gebürtiger Ungar, der aber dann aus Platzgründen in den Zoo von Liberetz nach Tschechien kam. Fast 2 Jahre wohnten die Eltern getrennt, da Tiger eine lange Anlaufzeit zum Kennenlernen brauchen, bis man sie in einem Gehege zusammenführt. Es war wohl Mitte Februar 2008 als elterlicherseits an Samir „gebastelt“ wurde und am 25.8. 2008 war es soweit. Um 7 Uhr früh gebahr Shila 2 Tigerbabies. Einer davon, Samir ist jetzt unser großer Liebling. Samir ließ sich Zeit, um Mamas Milch zum ersten Mal zu probieren. Es dauerte bis viertel vor 3 am Nachmittag des Geburtstages als Samir beim Trinken beobachtet werden konnte. Mama Shila machte es ihren Babies aber auch einfach an die Zitzen zu kommen. Sie legte sich seitlich positioniert, damit die Beiden leicht an die Muttermilch kamen. Auch konnten wir beobachten, dass die Mama ihre Babies von Anfang an gut gepflegt und geleckt hat. Geputzt hat sie sie meistens, wenn die Kleinen and der Muttermilch sogen. Kleine Tigerbabies trinken in einem Intervall von ca. 1 ½ Stunden. Alles lief normal und so bestand auch keine Sorge, dass die Mutter später ihre Jungen noch frisst. Danach begannen die medizinischen Checks der Babies. Jeden Tag tranken die beiden Babies Samir und seine Schwester Surya mehr und länger. Nach 6 Monaten hatten die beiden bereits ein Gewicht von ca 40 kg. In der Zeit hat die Tigermama allerdings auch ihren Babies alles Wichtige fürs Leben gelernt, dass die Tiger auch nie mehr vergessen. So wurde aus dem kleinen Tiger Samir ein kräftiger Jungtiger, auf den wir hier alle sehr stolz sind.
Ein ähnlichen Werdegang hatte auch unser Tigerweibchen, welches am 11.11.2006 in der Deutschen Zuchtgruppe von Siegfried und Roy das Licht der Welt erblickte. Ihre Mama ist Amerikanerin und ihr Papa sogar Japaner (hat aber keine Schlitzaugen….).
Hoffentlich bleiben uns unsere beiden Lieblinge recht lange erhalten. In der Natur können weiße Tiger nicht überleben. Hier bei uns aber haben sie ein wunderschönes zu Hause bekommen und können, wenn alles gut läuft, bis zu 20 Jahre alt werden.
Ein Kurzfilm von Tigermann Samir und seiner neuen Freundin Thalia.